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Bio-leben

Weblog über das alltägliche Leben mit Bio-Nahrung

18. November 2009 Kommentare (5)

Ein Abschied auf Raten ...

Folgendes ist mir nicht leicht gefallen, lässt sich aber leider nicht ändern: In Zukunft wird es leider keine regelmäßigen Artikel, die ich bisher jeweils mittwochs veröffentlicht habe, geben. Das liegt weniger an der fehlenden Zeit, sondern viel mehr an fehlenden Themen.

Es ist leider unglaublich schwer, immer wieder interessante Themen zu finden, über die es sich zu bloggen lohnt. Zudem hat sich auch gezeigt, dass meine Mühe einfach nicht honoriert wird. Selbst nach mehr als einem Jahr, in dem das Blog nun online ist, komme ich über 50 Besucher pro Tag nicht hinaus. Und schließlich schreibe ich all diese Beiträge nicht nur für mich selbst, sondern möchte möglichst viele Menschen damit erreichen und zum Umdenken bewegen bzw. aufklären. Dieses Ziel wurde leider nicht erreicht.

Das vergangene Jahr war zwar auf jeden Fall eine sehr spannende Zeit, da ich sehr viel Neues, fast schon Unmögliches, gelernt habe und mit sehr vielen netten und interessanten Personen in Kontakt gekommen bin. All das tröstet aber nicht darüber hinweg, dass ich doch ein von den fehlenden Besuchern enttäuscht bin. Anscheinend ist die Zeit noch nicht reif für diese Informationen oder aber das Interesse fehlt.

Das Blog bleibt jedoch auf jeden Fall in vorliegender Form bestehen und ich werde, sollte mir etwas Interessantes unterkommen, auch weiterhin Artikel verfassen. Wie oft das sein und wann der nächste kommen wird, steht leider in den Sternen.

Eines kann ich aber mit Sicherheit sagen: Ich bleibe auch weiterhin an diesen Themen dran und schaue überall genau hin, scheue auch nicht davor zurück, den Firmen meine Meinung zu sagen und auch mal "lästig" zu sein. Denn nur so lässt sich etwas ändern - und gerade im Lebensmittelbereich gibts es noch Einiges, das nicht weniger als einer Runderneuerung bedarf.

Über Anregungen und Gedanken von euch, was denn an diesem Blog gefällt und was nicht sosehr, würde ich mich sehr freuen. Natürlich auch über die Motivation, diese Seite zu besuchen.


Es gibt Artikel im Supermarkt, die wir ganz selbstverständlich in den Einkaufswagen legen, ohne uns Gedanken über deren Zutaten machen. Wozu auch, denn etwa Mehl, Zucker, Eier, Wasser oder aber auch Schlagobers bestehen nunmal nur aus dieser einen Ingredienz.

banger1977 @ www.flickr.com

Das habe ich mir zumindest bis vor kurzem gedacht, denn eine zufällige Entdeckung im Internet und ein anschließender Blick auf das Etikett von letzterem hat mich wirklich sehr, sehr verwundert. Außer im Bio-Bereich scheint es nahezu keinen Schlagobers (Sahne, Rahm) mehr zu geben, dem nicht Carrageen zugesetzt ist. Für mich besteht hier zwar kein Handlungsbedarf, da ich konsequent Bio-Lebensmittel kaufe und somit hoffentlich vor solch unliebsamen Überraschung verschont bleibe. Doch was ist mit dem unbedarften Durchschnittskonsumenten, der generell, auch bei anderen Artikeln, keinen Blick auf die Zutatenliste wirft und/oder Bio-Ware meidet? Der kommt nie und nimmer und wenn nur ganz zufällig dahinter, wie unverblümt, ja schon fast unverschämt, einem hier Carrageen untergeschoben wird.

Hergestellt wird das Verdickungsmittel Carrageen (E 407), das etwa auch in Süßigkeiten und Saucen zur Anwendung kommt, aus Rotalgen, wobei der menschliche Körper damit nichts anfangen kann und es unverändert wieder ausscheidet. Im Schlagobers sorgt es dafür, dass dieser nicht mehr "aufrahmen", sprich der fettreichere Rahm sich nicht mehr an Oberfläche des Schlagobers absetzen kann und eine homogene Masse bestehen bleibt. Simples Aufschütteln des Bechers hätte übrigens fast den gleichen Effekt und würde darüber hinaus nicht auch noch den Geschmack verändert, so wie das Carrageen tut. Darüber hinaus steht es, und das ist weitaus schlimmer, im Verdacht, allergieauslösend zu sein und Immunzellen zu beeinflussen.

Eine Umfrage unter drei milverarbeitenden Betrieben hat gezeigt, dass der Durchschnittskonsument möglichst lange haltbare Produkte (was auch der Vormarsch von "länger frisch"-Milch zeigt) bevorzugt. Dem wird durch den Zusatz von Carrageen Rechnung getragen, da das Ablaufdatum so ohne Einbußen in der Produktqaulität weiter in der Zukunft angesetzt werden kann. Das erklärt auch, warum Bio-Schlagobers ein weit geringeres Haltbarkeitsdatum hat, als konventioneller.

In Zukunft gilt es also, selbst bei vermeintlich naturreinen Lebensmitteln einen Blick auf die Verpackung zu werfen. Und es zeigt einmal mehr, dass man mit dem Konsum von Bio-Lebensmitteln auf der sicheren Seite ist.

Quellen: Datenbank Zusatzstoffe, Wikipedia


Nun ist es wieder so weit, es dunkelt draußen, das Laub beginnt sich zu färben und das Wetter wird immer ungemütlicher - der Herbst ist da und mit ihm eine feuchte Witterung, die leider nur zu ideal für Krankheitserreger und Viren ist. Um sich gegen die Witterung zu wappnen, kann man sich kuschelig und warm anziehen und einen Schal umbinden; aber wie schützt man sich gegen die Krankheitsüberträger, die das Immunsystem angreifen und schwächen? Ganz einfach, man stärkt das Immunsystem mit einer gesunden Ernährung, mit viel Obst und seinen Inhaltsstoffen. Das ist nicht nur sehr gesund, sondern hilft auch Krankheiten vorzubeugen.

garden beth @ www.flickr.com Sich besonders in der kalten Jahreszeit gesund zu ernähren ist auch gar nicht so schwierig, wie man vielleicht denkt. Auch wenn draußen nicht mehr viel wächst, gibt es dennoch zahlreiche Vitaminbomben, die man zu sich nehmen kann. So gibt es Äpfel und anderes Obst und Gemüse, die nicht nur gut schmecken, sondern auch zahlreiche Vitamine enthalten. Sehr Vitamin-C-reich sind zum Beispiel Kiwi, Zitrusfrüchte, grüner Paprika, Sauerkraut, Rote Rüben und Kartoffeln. Es ist immer gut, fünf Portionen von verschiedenem Obst täglich zu sich zu nehmen, das gilt aber erst recht für die kalte Saison. Hier ist das Immunsystem besonders auf die Zufuhr essentieller Nährstoffe angewiesen, die der Körper nicht selbst bilden kann, wie Vitamine oder die essentiellen Nährstoffe Eisen, Zink und Selen. Viele der im Obst und Gemüse, aber auch in Getreide und Hülsenfrüchten, enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe sind auch immunmodulierend, wirken sich also stärkend auf das Immunsystem aus. Dazu zählen unter anderem Carotinoide und Flavonoide wie beispielsweise Quercetin. Letztgenanntes wirkt besonders antimikrobiell gegen Viren und ist ein weit verbreiteter Farbstoff für das gelbe oder rot-violette Farbspektrum, welcher besonders in Zwiebeln, Grünkohl, Äpfeln und Beeren vorkommt.

Kann man sich aus verschiedenen Gründen nicht so ernähren, wie man eigentlich möchte und will sein Immunsystem und sein Körper dennoch regemäßig mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und weiteren Zusatzstoffen stärken, kann dies auch mit ökologischen und gesunden Nahrungsergänzungspräparaten geschehen. Diese werden auf pflanzlicher Basis hergestellt wie beispielsweise aus Algen wie der Spirulina platensis oder der Chlorella vulgaris, da diese reich an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen wichtigen Zusatzstoffen sind, die der Körper nicht selbst bilden kann.

Weiterhin sollte man im Herbst und im Winter auch vermehrt Knoblauch zu sich nehmen, dessen antimikrobielle Eigenschaften bereits Aristoteles und Hippokrates von Kos bekannt waren. Die antimikrobielle Wirkung geht auf seine schwefelhaltigen Verbindungen zurück, die allerhand Viren und Bazillen im Körper abtöten. Diese Verbindungen kommen aber auch in Zwiebeln, Lauch, Schalotten und Schnittlauch vor, wenn einem der Geruch von Knoblauch nicht behagt. Des Weiteren enthalten auch verschiedene Kohlarten sowie Kresse und Meerrettich keimabtötende Stoffe.

Mit ausreichend frischem Obst und Gemüse ist man gut gewappnet in der kalten Jahreszeit und auch wenn man krank wird, geht die Krankheit mit einer ausreichenden Vitaminzufuhr schneller wieder weg.

Gastbeitrag von Mark Schatz, freier Journalist.


Neben einem ganzen Haufen Süßkram brachte meine Frau bei ihrem Besuch beim Bio-Supermarkt auch etwas sehr Gesundes mit: einen Keimsprossen-Mix. Dabei handelt es sich um Bio-Samen von Pflanzen wie Radieschen, Weizen oder Brokkoli, die man zum Keimen bringt. Danach isst man, je nach Sorte, entweder den Samen inkl. Keim oder nur das Grünkraut, das sich aus dem Samen entwickelt. Der wohl bekannteste Vertreter ist dabei die Kresse mit ihrem würzigen, leicht scharfen Geschmack.

Alfalfa-Samen, teilweise gekeimt

Alfalfa-Samen, teilweise gekeimt.

Obwohl ich zuvor zu diesem Thema bereits einiges gelesen hatte, traute ich mich über die Kresse nicht hinaus. Das Mitbringsel meiner Frau war aber der endgültige Anstoß, den Sprossen eine weitere Chance zu geben. Anleitungen zum Selberziehen gibt es dabei im Internet zu Genüge, als Anfänger habe ich mich für ein simples Gurkenglas entschieden. Einfach ein paar Löcher in den Deckel gemacht, ein handvoll Samen eingestreut, zwei Mal täglich gewässert und schon nach wenigen Tagen zeigten sich die ersten Pflänzchen. Der Geschmack des Mixes, der unter anderem aus Sojasprossen, Rettich und Senf bestand, war mir dann aber doch zu intensiv und gewöhnungsbedürftig. Zudem überzeugte mich die Anbaumethode nicht ganz.

Nichtsdestotrotz habe ich mit Brokolli-Samen einen weiteren Versuch gestartet und, um das Ganze etwas professioneller anzugehen, mir eine Keimsprossen-Box zugelegt. Für etwa 15 Euro bekommt man hier ein leicht handzuhabendes "Gerät", in dem man durch die drei Ebenen mehrere Sorten Keimsprossen auf einmal ziehen kann. Und siehe da, der Aufwand war minimiert und der Brokkoli nach meinem Geschmack.

Alfalfa-Sprossen im Endstadium

Alfalfa-Sprossen im Endstadium.

Das Beste daran ist aber, dass die Samen, die an sich schon eiweiß-, vitamin- und nährstoffreich sind, durch das Keimen noch einmal einen wahren Schub an diesen gesunden Inhaltsstoffen erhalten, beispielsweise Vitamin C, A und B1. Das macht sie zu wahren Vitaminbomben, die uns speziell im Winter, wo frisches Gemüse rar ist, mit allem Wichtigen versorgen. Und das ohne großen Aufwand und Kosten. Die Keimsprossen können dabei je nach Belieben (bis auf wenige Ausnahmen) roh in Salaten oder auf einem Brot verzehrt sowie zum Kochen verwendet werden.

Die Fotos in diesem Beitrag zeigen die verschiedenen Stadien von Alfalfa-Samen, die ich erfolgreich zum Keimen gebracht habe: Vom ersten Wässern bis hin zu den zarten Trieben bzw. Pflänzchen. Nach etwa fünf Tagen waren die Sprossen dann zum Verzehr geeignet.

Zum Schluss möchte ich noch zwei Websites empfehlen, die sowohl detaillierte Zuchtanleitungen als auch Infos über die verschiedenen geeigneten Samen beinhalten: sprossen-selbstgemacht.de und Der Kräuter-Almanach.


Einer der zahlreichen Vorteile von Bio-Lebensmitteln ist, dass bei der Herstellung nur wenige der über 300 in der EU zugelassenen Zusatzstoffe (E-Nummer) zum Einsatz kommen dürfen. Doch selbst darunter sind noch höchst umstrittene zu finden, allen voran Natriumnitrit (E 250).

Lord Jim @ www.flickr.comDieses Konservierungsmittel findet speziell in Wurstwaren Verwendung: in Form von Nitritpökelsalz sorgt es für die Haltbarmachung und das typische Aroma, verleiht dem Produkt im Zuge eines chemischen Prozesses eine optisch ansprechende Rotfärbung und verhindert gleichzeitig das Wachstum von bestimmten Bakterien (allen voran Clostridium botulinum). In erster Linie handelt es sich bei Natriumnitrit zwar um einen giftigen Stoff, der jedoch nur in so geringer Dosierung (maximal 0,5 %) im Nitritpökelsalz - das wiederum nur zu 2 bis 3 % im fertigen Produkt enthalten ist - vorhanden sein darf, dass davon keine gesundheitsschädigende Wirkung ausgeht.

Unter bestimmten Voraussetzungen steht Natriumnitrit jedoch im Verdacht, krebserregend zu sein. Durch die Reaktion mit Aminosäuren können gesundheitsgefährdente Nitrosamine entstehen. Weiteres wird der rote Blutfarbstoff Hämoglobin durch Nitrite so verändert, dass er keinen Sauerstoff mehr binden und transportieren kann. In der geringen Menge, in der es in Wurstwaren vorkommt, ist Natriumnitrit zwar nicht akut gesundheitsgefährdent, Vorsicht ist aber dennoch bei Kleinkindern und Säuglingen sowie häufigem Verzehr bzw. dem Grillen von Lebensmitteln mit diesem Zusatzstoff geboten. Hinzu kommt, dass auch in Gemüse (in Bio-Ware weniger) und Wasser durch Düngung Nitrate - eine Vorstufe der Nitrite - vorkommen. Durch den Verzehr von Wurstwaren setzen wir uns also einer weiteren Nitritquelle aus.

Wenn auch von Natrumnitrit eine potenziell gesundheitsschädigende Wirkung ausgeht, hat sein Einsatz doch auch wesentliche, sehr positive Auswirkungen auf die Produktsicherheit. Allen voran wird dadurch das Bakterium Clostridium botulinum abgetötet, welches das hochgiftige Botulinumtoxin (auch bekannt also Botox) bildet. Dieses ist weitaus giftiger als etwa Natriumnitit an sich. Ein zusätzlicher Faktor ist die durch Natriumnitrit erreichte Rotfärbung der Wurstwaren, die so schmackhafter und appetitlicher wirken. Denn wen würde graue Wurst schon zum Zugreifen animieren? Den Durschnittskonsumenten sicher nicht, jeder, der um Natriumnitrit Bescheid weiß, hätte damit aber sicher kein Problem. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die oft zugesetzte Ascorbinsäure (bzw. Natriumascorbat), die vom Umrötungsprozess "übrig gebliebene" Nitrite sowie auch die Bildung von Nitrosaminen reduzieren kann, im Endeffekt sogar dafür sorgt, dass weniger Nitrit benötigt wird.

Wirkliche Alternativen zu Natriumnitrit gibt es bisher nicht - abgesehen von Natriumnitrat (E 251) und Kaliumnitrat (E 252), die jedoch selbst Vorstufen zu Nitrit sind. Es wird zwar mit nitritreichem Gemüse experimentiert, welches die gleiche Werkung wie Nitritpökelsalz hat, dieses Verfahren steht aber noch in der Erprobung. Abgesehen davon würde prinzipiell auch normales Kochsalz zur Konservierung genügen, doch ist dieses nicht imstande, der Gefahr durch das Bakterium Clostridium botulinum Herr zu werden. Wirklich schützen kann man sich vor diesem Konservierungsmittel also nur, indem man einfach der allgemeinen Empfehlung folgt, nicht öfter als zwei Mal pro Woche Wurst und Fleisch zu sich zu nehmen. Das schont darüber hinaus auch noch die Umwelt.

Quellen: Wikipedia (1, 2), LUHKULUS, das-ist-drin, foodwatch, PDF-Dokument, Inform24, Schrot & Korn



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... soll meine Erfahrung mit Bio-Lebensmitteln und gesunder Ernährung sowie dem Drumherum schildern. Mehr über mich

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