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Bio-leben

Weblog über das alltägliche Leben mit Bio-Nahrung

Man kann es ohne Frage einen ersten kleinen Erfolg dieses Weblogs nennen ... Folgendes hat sich nämlich heute zugetragen: Ein sehr freundlicher Herr von Spar rief mich bezüglich der "Sache" rund um das Aroma in deren Bio-Beerenstark-Tee an, das bei mir auf große Ablehnung stieß (mehr dazu hier und hier).

In diesem Telefonat schilderte er mir, dass auch Sie selbst nicht sonderlich zufrieden um die Situation sind und meine Berichterstattunng der Anlass sei, dass die Firma den angesprochenen Tee ab sofort aus dem Angebot nimmt. Gleichzeitig werden zwei neue Tees eingeführt. Dabei wird in Zukunft darauf geachtet, dass nur noch natürliche Aromen des namensgebenden Naturproduktes (z.B. natürliches Orangen-Aroma) zum Einsatz kommen. Beim Telefonat zeigte sich sehr deutlich, dass Spar diese Angelegenheit sehr wichtig ist. Besonders, da sie bei Bio-Produkten keine Kompromisse eingehen und keine "halbgaren" Lösungen einsetzen möchten.

Ich freue mich sehr über diesen kleinen Erfolg und hoffe, dass ich auch in Zukunft immer wieder Licht ins Dunkel rund um diverse "Misstände" in Bio- aber auch nicht Bio-Lebensmitteln bringen kann.


Nachdem ich, wie in meinem Artikel "Bio-Tee: Aroma muss nicht sein!" geschildert, bisher vergeblich auf eine Antwort von Spar zu diesem Thema gewartet habe, ist nun, mehr als ein Monat nach meiner Anfrage, doch eine Stellungnahme der Marke eingetroffen. Zur Verzögerung sei es deshalb gekommen, da da der Lieferant des Tees erst jetzt geantwortet habe. Diese Reaktion will ich euch aber nichtsdestotrotz nicht vorenthalten:

In biologischen Früchtetees sind Aromen (entsprechend der Bioverordnung) zugelassen. Die von uns eingesetzten Aromen sind aus natürlicher Herstellung und werden nicht auf Holzschimmelbasis gewonnen.
Speziell im Früchtetee-Bereich ist der Einsatz von hochwertigen Aromen nötig, da durch die Zutaten alleine keine unterschiedlichen Geschmacksrichtungen erzielt werden können.

Bemerkenswert, wie man in einer nur so kurzen Aussage so viel unterbringen kann, was bei mir auf Unverständnis stößt. Denn: Zum Einen wäre auch Aroma auf Holzschimmelbasis natürlich. Geklärt ist aber weiterhin nicht, woher dieses "natürliche" Aroma nun kommt, ist doch auf der Verpackung lediglich "Aroma" ohne weiteren Hinweis verzeichnet. Warum dessen Herkunft also verschleiern? Zum Anderen: Wie schaffen es dann andere Hersteller, wie z.B. Sonnentor, eine derart große Auswahl an Bio-Tees zu bieten, hier jedoch ohne Aroma? Und wenn schon mit, dann ist zumindest klar vermerkt, um welches es sich handelt. Somit eine für mich äußerst unzufriedenstellende Antwort.

Kurz nach diesem Beitrag erhielt ich überraschenderweise auf noch einen, dieses Mal äußerst positiven, Anruf von Spar. Mehr dazu in diesem Beitrag.


Glutamat ist in aller Munde könnte man fast sagen. Speziell im Bereich der nicht-biologischen Fertiggerichte tut man sich nicht schwer ein Produkt zu finden, das den Geschmacksverstärker enthält. Doch auch ein Blick auf die Zutatenliste von Bio-Produkten offenbart nicht selten einen solchen Zusatz, hier jedoch unter der weniger auffälligen Bezeichnung Hefeextrakt.

Das wird zwar natürlich hergestellt, dient aber ebenso dazu, dem Produkt mehr Würze, ja letzendlich mehr "Geschmack" zu verleihen. Glutmat ist prinzipiel unbedenklich, kann in größeren Mengen aber zum so genannten "China-Restaurant-Syndrom", also Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Übelkeit führen. Die weitaus wichtigere Frage, die die Verwendung von Geschmacksverstärkern aufwirft, ist aber: Schmecken die Zutaten für sich alleine zu wenig oder nicht gut, dass ihnen auf die Sprünge geholfen werden muss? Den Herstellern zufolge anscheinend schon. In konventionellen Produkten ist das ja durchaus in Ordnung ist, giert der Durchschnittsgaumen doch nach einem solch pikanten Geschmack. In Bio-Lebensmitteln wiederum finde ich das aber umso unverständlicher, werden diese ja nicht selten als besonders "naturbelassen" angepriesen. Neben Aromen sind Geschmacksverstärker in meinen Augen Zutaten, die in Lebensmitteln wirklich nichts verloren haben.

Ja! Natürlich Letscho

Dass Hefeextrakt in Gemüsebrühe zur Anwendung kommt kann ich ja durchaus verstehen und ich verwende sie auch selbst. Wenn ich diese Zutat aber dann auf der Verpackung von Letscho (Paprikagemüse) von Ja! Natürlich lesen muss, so wie mir das am Wochenende passiert ist, hört sich das Verständnis schnell auf. Den Schritt, aus Ermangelung an frischen Zutaten auf das Fertiggericht zurückzugreifen, habe ich schnell bereut. Denn wer schon einmal selbst ein solches Gemüsegericht zubereitet hat weiß, dass der Geschmack von Paprika, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen durchaus für ein höchst zufriedenstellendes Ergebnis ausreicht. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang ja, dass beispielsweise reife Tomaten (sowie Spinat, Parmesan, Sojasauce usw.) von Natur aus Glutamat enthalten. Somit gilt einmal mehr: Auch bei Bio-Produkten ist man vor unnützen Zutaten nicht sicher.

Selbstverständlich habe ich bei Ja! Natürlich angefragt und um eine Stellungnahme gebeten. Erfreulicherweise lies sie auch dieses Mal nicht lange auf sich warten. Man machte sich sogar die Mühe, mich telefonisch zu kontaktieren. In der Leitung war der Qualitätsmanager von Ja! Natürlich, der sich so freundlich zeigte, und mich etwas hinter die Kulissen blicken ließ. Kurz zusammengefasst schilderte er mir Folgendes: Es passiert, so wie in jedem anderen Unternehmen auch, dass der Informationsfluss nicht immer der beste ist bzw. Dinge im Endeffekt einfach nicht so umgesetzt werden, wie ursprünglich ausgemacht. Das hat im Falle des Letschos eben dazu geführt, dass der Geschmacksverstärker Hefextrakt "durchgerutscht" ist, obwohl er eigentlich gar nicht eigensetzt werden sollte. Mir wurde aber versichert, dass in Zukunft viele der Produkte von Ja! Natürlich optimiert werden, darunter auch das Letscho, da man auch selber in vielen Punkten nicht so ganz zufrieden ist. Auf jeden Fall stimmte mir der äußerst freundliche Herr am anderen Ende der Leitung vollkommen zu, dass der Hefeextrakt in deren Produkten eigentlich nichts verloren hat. So sieht Kundenservice aus!

Mehr zum Thema: Spiegel Online, Schrot&Korn, naturel


Mit dem Einzug der Winterzeit lustet es auch mich immer öfter nach Tee. Im Sommer bin ich ja nicht so der Freund des heißen Getränks, sobald es draußen kalt wird, landet dieser aber von Zeit zu Zeit auch in meinem Einkaufswagen.

Die Auswahl an Bio-Tees ist dabei erfreulich groß und sämtliche Bio-Marken haben zahlreiche Sorten im Angebot. Vorige Woche fiel meine Wahl (oder viel mehr die meiner Frau) auf einen Bio-Tee von Natur*pur namens Bio-Beerenstark Tee. In der Annahme "da wird außer Früchten eh nichts drin' sein" habe ich dem Etikett im Geschäft keinen Blick gewürdigt, war dafür aber zu Hause dann umso mehr verwundert:

SPAR Natur*pur Bio-Beerenstark Tee

Neben den erwarteten Früchten findet sich auf der Zutatenliste an letzter Stelle doch glatt ein für Bio-Lebensmittel sehr ungewohnter Zusatz: Aroma. Natürlich, es steht deutlich "Kräuter-Früchtetee aromatisiert" auf der Verüackung, was die Sache aber nicht besser macht. Da es sich um ein nicht näher definiertes Aroma handelt, wird es vermutlich ein Stoff sein, den man nicht im Entferntesten mit den im Tee verwendeten Früchten in Verbindung bringen kann: sprich künstlich oder zumindest unter Zuhilfenahme eines ganz anderen Produkts hergestellt (Angabe natürlich ohne Gewähr, reine Annahme). Hätte ich das vorher gewusst, wäre der Tee wohl nicht im Einkaufswagen gelandet, da Aroma einen Zusatz darstellt, der in meinen Augen wirklich mehr als entbehrlich ist - speziell in Bio-Produkten.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang auch der Online-Folder zum Tee-Sortiment von Natur*pur, steht da doch allen ernstes: SPAR Natur*pur Bio-Tees sind 'garantiert naturbelassen' und schmecken hervorragend. Für mich ist diese Aussage mit dem zugesetzten Aroma nicht ganz vereinbar. Das im Bio-Bereich auch ansonsten gerne verwendete Wort "naturbelassen" stellt somit ab sofort wohl nur noch eine leere Werbephrase ohne Inhalt dar. Schwache Leistung!

Auf jeden Fall habe ich mich bereits mit Spar in Verbindung gesetzt, warte aber bereits seit fast einer Woche auf eine Stellungnahme. Da hat wohl jemand etwas zu verbergen ...

Nach mehr als einem Monat hat sich Spar dann doch zu diesem Thema geäußert. Die beiden Stellungnahmen gibt es hier und hier zu lesen.


Sich ausschließlich mit biologischen Lebensmittel zu ernähren fällt mittlerweile gar nicht mehr so schwer. Im Gegensatz zu konventionellen Produkten wird so ein guter Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Doch wie sieht es mit den restlichen Bereichen unseres Lebens aus? Wir fahren weiterhin mit Autos, die größtenteils aus Erdölprodukten erzeugt werden und diese verbrennen. Unsere Kleidung wird nach wie vor an den entlegensten Orten dieser Welt von unterbezahlten Frauen und Kindern gefertigt. Ein Großteil der Produkte, die wir verwenden, landet über kurz oder lang auf dem Müll und trägt somit zu Verschmutzung unseres Planeten bei. Ist es da nicht etwas heuchlerisch, beim Essen ökologisch korrekt zu handeln, den Rest aber vielleicht außer Acht zu lassen?

woodleywonderworks @ www.flickr.com

Doch wirklich etwas dagegen zu tun, fällt sehr schwer. Kleidung mit zumindest Bio-Baumwolle gibt es zwar mittlerweile in immer mehr Bekleidungsgeschäften, nur ist diese meist ungemein teurer als konventionell Ware. Zudem lässt die Auswahl sehr zu wünschen übrig. Wer auf sein Aussehen achtet und gerne einen vollen Kleiderschrank hat, wird damit sicher nicht glücklich. Außerdem ist Bio-Baumwolle nur einer kleiner Teil des Ganzen. Nur weil diese bei der Herstellung zum Einsatz kam, kann das Produkt ja trotzdem irgendwo auf der Welt zu Dumping-Preisen erzeugt worden sein. Die dadurch erzielte, riesengroße Gewinnspanne streifen die Konzerne gerade bei Markenprodukten gierig ein, anstatt mit dem Geld etwas an der Situation zu ändern.

Nächster Punkt: Individualverkehr. Bis Autos nicht mehr mit Erdöl und somit CO2-neutraler fahren, werden wohl noch einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, ins Land ziehen. Selbst bei den derzeit schwer angesagten Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen, also Hybrid-Autos, die man zu Hause an der Steckdose aufladen kann, dauert es noch lange bis zur Serienreife. Abgesehen davon muss der Strom dafür ja auch irgendwo erzeugt werden. In Österreich ginge das zwar ganz gut über Wasserkraft, im Ausland sieht die Stuation mit Atom- oder Kohlekraftwerken aber weit weniger rosig aus. An dem "Schwarzen Gold" führt in der Automobilindustrie also in absehbarer Zeit kein Weg vorbei.

Einen weiteren Teil zum Umweltkollaps trägt der Müll bei, den jeder von uns tagtäglich produziert. Schließlich ist ja fast jedes Produkt, das wir irgendwo kaufen verpackt, wird in einem Plastiksackerl (hergestellt aus Erdöl) nach Hause getragen oder über kurz oder lang wieder weg geworfen. Im Gegensatz zu den anderen Punkten ist es hier jedoch ein Leichtes, seinen wenn auch nur kleinen Beitrag zu leisten. Schon alleine durch striktes Trennen kann viel Abfall vermieden werden, ist dieser so doch wiederverwertbar.

Um zum Schluss die Frage von oben zu beantworten: Nein, es ist nicht heuchlerisch, Bio-Produkte zu verwenden. Denn dadurch trägt man wenigstens beim Essen zum einem gewissen Teil zum Umweltschutz bei. Wenn man bedenkt, dass Nahrung in unser aller Leben einen beträchtlichen Stellenwert einnimmt, kann man so einiges bewirken.



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... soll meine Erfahrung mit Bio-Lebensmitteln und gesunder Ernährung sowie dem Drumherum schildern. Mehr über mich

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