Springe zu: Inhalt | Seitenleiste | Fußzeile

Bio-leben

Weblog über das alltägliche Leben mit Bio-Nahrung

Kürzlich ist mir mal wieder ein Radiospot untergekommen, den ich ziemlich amüsant fand. Aber nicht im Sinne von "lustig", sondern eher, weil darin Aussagen getätigt werden, die sich nach meinem Verständnis so gar nicht vertragen. Jedenfalls handelt es sich beim Spot um den neuesten von Kelly's, in dem damit geworben wird, dass die bei der Herstellung der Kartoffel-Chips verwendeten Knollen zu 100 % aus Österreich kommen. Verlautbart wird das von einem der 220 Kartoffel-Bauern, der das möglich macht.

Shiraz Chakera @ flickr.com

Doch was ist daran schlimm? Erst einmal gar nichts, ist es doch sehr erfreulich, dass bei der Produktion auf den Einsatz heimischer Rohstoffe gesetzt wird. Ich bewundere jeden Hersteller, der auf eine solche Regionalität achtet. Schlimm wird der Radiospot erst, als der Bauer folgende Aussage tätigt, warum er denn so stolz darauf sei: "Weil es mir einfach wichtig ist, was wir und unsere Kinder essen". Eine äußerst gewagte, ja sogar bedenkliche Aussage wie ich finde, den Snack, der alles andere als gesund ist, in einem Atemzug mit der Ernährung von Kindern zu nennen.

Chips sind durch das Frittieren in Öl nicht nur sehr fettig (etwa 35 g Fett pro 100 g), sondern weißen auch einen relativ hohen Salzgehalt auf, dessen empfohlene Tagesmenge (16 g) meist bereits nach dem Verzehr einer 250 g-Tüte erreicht ist. Dieser Radiospot stellt wieder einmal ein sehr gutes Beispiel dar, wie Werbefachleute es verstehen, Aussagen so zu verdrehen bzw. zu vermischen, dass sie einen komplett anderen Sinn ergeben. Was auf dem täglichen Speisezettel seiner Kinder steht, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil würde bei meinem Kind aber nicht im Traum daran denken, Chips mit Ernährung in Verbindung zu bringen.

Den Radiospot kann man sich hier anhören (einfach auf den Bauern in der blauen Latzhose klicken).

Quellen: Kelly's, Wikipedia


Schöne, bunte Werbewelt: Nicht selten wird darin etwas versprochen oder erwähnt, das dann in der Realität nicht so ganz hält, was es verspricht. So weit nichts Neues, wenn es aber ein Produkt bzw. eine Marke betrifft, die an sich bei mir großes Vertrauen genießt, dann kommen schnell Zweifel an deren Glaubwürdigkeit auf.

phdstudent @ www.flickr.com

Aktuelles Beispiel ist die Bio-Marke Ja! Natürlich mit ihrer TV-Werbung (Audio-Version) zum Thema Brot. Darin sind der allseits bekannte Bauer und sein Schweinderl zu sehen, wie sie umringt von einer idyllischen Landschaft über die Vorzüge des Bio-Brotes philosophieren. "Was denn alles so drin wäre", fragt das Tier sein Herrl dabei. Diese Frage könne er nicht beantworten, sehr wohl aber, was denn alles nicht drin ist, und zwar "Nix von dem künstlichen Zeig". Speziell der letzte Satz ließ mich aufhorchen, wusste ich doch aus Erfahrung, dass im Bio-Brot von Ja! Natürlich sehr wohl solches "Zeig" drinnen ist, zwar kein "künstliches", aber "Zeug" bleibt in diesem Fall leider "Zeug".

Konkret geht es dabei um Guarkernmehl (auch bekannt als E 412) und Lecithin (E 322), die anscheinend als Mehlbehandlungsmittel dienen. Aber auch Milch- und Ascorbinsäure (E 270 bzw. E 300, beides Säuerungsmittel) finden sich laut offizieller Homepage auf der Zutatenliste so manchen Brotes und Gebäcks. Es handelt es dabei zwar laut meinen Informationen um natürlich hergestellte, unbedenkliche und im Bio-Bereich erlaubte Zusatzstoffe, deren Einsatz ist aber trotzdem fraglich. Besonders, da es im Ja! Natürlich-Sortiment einige Backwaren gibt, die auch ohne auskommen (bei Interesse nenne ich diese gerne in den Kommentaren).

Warum muss das Mehl behandelt werden? Warum ist es nötig, das Gebäck zu säuern oder vor Oxidation zu schützen? Gerade im Bio-Bereich wird immer wieder mit der Ursprünglichkeit, ja den unberührten Zutaten geworben. Was bleibt anhand dieser Zusatzstoffe davon noch übrig? Ohne die besagte Werbung hätte ich mir einfach meinen Teil gedacht, so kann ich das Ganze aber nicht auf sich beruhen lassen. Deshalb habe ich Ja! Natürlich wieder um eine Stellungnahme zu diesem Thema gebeten - und auch eine, leider nur sehr unbefriedigende, Antwort erhalten. Diese folgend im Auszug:

... gibt es Zusatzstoffe auf die wir momentan (noch) nicht verzichten können, da sie aus Qualitäts- und/oder Produktionsgründen notwendig sind ...
Im speziellen Fall von Brot und Gebäck ist, wie sie richtig festgestellt haben auch keine Einheitlichkeit gegeben, da dieses teilweise von verschiedenen regionalen Produzenten stammt, die mit unterschiedlichsten produktionstechnischen Gegebenheiten arbeiten.

Somit wird es wohl auch in absehbarer Zukunft kein "naturreines" Brot geben, das ohne "Zeug" auskommt. Dass verschiedene Inhaltsstoffe nötig sind, um einen gewissen Qualitätsstandard zu halten, verstehe ich natürlich vollkommen. Die Frage ist nur, ob dies nicht auch auf andere, "Bio-freundlichere" Weise erreicht werden kann?


Lebensmittel-Werbung ist doch etwas Schönes. Besonders gut sind die Marketingfachleute darin, Produkte schön zu reden, dabei aber wichtige Informationen in den Hintergrund treten zu lassen. Ein ganz gutes Beispiel dafür habe ich gestern im Radio gehört, und zwar ging es um das "neue" Fanta.

www.fanta.at

Das kommt neuerdings ohne künstliche Aromen und Farbstoffe aus und beinhaltet keine Konservierungsstoffe. Klingt erstmal ganz gut, denn alles an Zusatzstoffen in Lebensmittel, was nicht künstlich erzeugt wurde, ist zu begrüßen. Darum mag man sich im ersten Moment durchaus denken “Wow, das ist ja ein richtig gesundes Getränk, das ich ruhig öfter mal mit reinem Gewissen zu mir nehmen kann”.

Nicht ganz, denn dabei wird außer Acht gelassen, dass der Softdrink weiterhin eine beträchtliche Menge an Zucker enthält. In einem Glas sind sage und schreibe 23 g davon zu finden. Klingt vielleicht nicht viel, wenn man aber bedenkt, dass ein Erwachsener pro Tag nicht mehr als etwa 100 g Zucker zu sich nehmen sollte, ein doch beträchtlicher Anteil. Die allseits beliebte Veranschaulichung dieser Menge in Würfelzucker zeigt, dass das fast zehn Stück sind. “Gesund” und “Fanta” passt also nachwievor nicht so ganz zusammen. Das behaubtet in der Werbung zwar auch niemand, aber der Konsument verbindet "Ohne dies" und "Ohne das" halt nun mal in gewisser Weise auch ein gesundes Produkt.

Zudem: Ich frage mich noch immer, warum Produkten überhaupt Aromen oder Farbstoffe zugesetzt werden müssen? Schmeckt eine Orange etwa zu wenig nach Orange? Und warum muss Fanta überhaupt die Farbe Orange haben? Das alles zu beleuchten würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen, soll aber vielleicht zum Nachdenken anregen.



Dieses Weblog ...

... soll meine Erfahrung mit Bio-Lebensmitteln und gesunder Ernährung sowie dem Drumherum schildern. Mehr über mich

Suche

Blog Roll

Alle Artikel


bio-leben.at © 2008 - 2010 Impressum/Kontakt Danke Textpattern & Alfi007 Valid XHTML & CSS Creative Commons License