Kelly's-Chips: Regionalität hin, Kinder-Ernährung her
Kürzlich ist mir mal wieder ein Radiospot untergekommen, den ich ziemlich amüsant fand. Aber nicht im Sinne von "lustig", sondern eher, weil darin Aussagen getätigt werden, die sich nach meinem Verständnis so gar nicht vertragen. Jedenfalls handelt es sich beim Spot um den neuesten von Kelly's, in dem damit geworben wird, dass die bei der Herstellung der Kartoffel-Chips verwendeten Knollen zu 100 % aus Österreich kommen. Verlautbart wird das von einem der 220 Kartoffel-Bauern, der das möglich macht.

Doch was ist daran schlimm? Erst einmal gar nichts, ist es doch sehr erfreulich, dass bei der Produktion auf den Einsatz heimischer Rohstoffe gesetzt wird. Ich bewundere jeden Hersteller, der auf eine solche Regionalität achtet. Schlimm wird der Radiospot erst, als der Bauer folgende Aussage tätigt, warum er denn so stolz darauf sei: "Weil es mir einfach wichtig ist, was wir und unsere Kinder essen". Eine äußerst gewagte, ja sogar bedenkliche Aussage wie ich finde, den Snack, der alles andere als gesund ist, in einem Atemzug mit der Ernährung von Kindern zu nennen.
Chips sind durch das Frittieren in Öl nicht nur sehr fettig (etwa 35 g Fett pro 100 g), sondern weißen auch einen relativ hohen Salzgehalt auf, dessen empfohlene Tagesmenge (16 g) meist bereits nach dem Verzehr einer 250 g-Tüte erreicht ist. Dieser Radiospot stellt wieder einmal ein sehr gutes Beispiel dar, wie Werbefachleute es verstehen, Aussagen so zu verdrehen bzw. zu vermischen, dass sie einen komplett anderen Sinn ergeben. Was auf dem täglichen Speisezettel seiner Kinder steht, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil würde bei meinem Kind aber nicht im Traum daran denken, Chips mit Ernährung in Verbindung zu bringen.
Den Radiospot kann man sich hier anhören (einfach auf den Bauern in der blauen Latzhose klicken).

