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Bio-leben

Weblog über das alltägliche Leben mit Bio-Nahrung

16. September 2009 Kommentare (3)

Muss es immer Bio sein?

Für mich lautet die Antwort auf diese Frage auf jeden Fall ja. Ich greife in wirklich ganz seltenen Fällen zu konventionellen Produkten, etwa wenn es deren Bio-Pendant im regulären Sortiment bzw. gar nicht nicht gibt oder ich Lebensmittel von regionalen Anbietern kaufe. Im Großen und Ganzen komme ich aber sicher auf eine Bio-Quote von über 90 %, was sich natürlich auch in einem erhöhten finanziellen Aufwand niederschlägt.

fatboyke @ www.flickr.com

Deshalb kann ich auch Mitmenschen verstehen, denen der hauptsächliche Konsum von Bio-Produkten zu teuer kommt, weil einfach das Geld fehlt. Auf komplettes Unverständnis stoßen bei mir aber Personen, die für Lebensmittel schlicht kein Geld ausgeben wollen, auch wenn es prinzipiell da wäre. Speziell in Haushalten mit Kindern finde ich ein solches Konsumverhalten sehr traurig, ja fast schon gefährlich, sind Lebensmittel doch die Basis für unsere Gesundheit.

So oder so, es gibt einige Bereiche, in denen Bio-Ware einfach unverzichtbar ist, speziell im Hinblick auf die Tiere, die sie für uns liefern. In erster Linie ist das somit Fleisch in sämtlichen Verarbeitungsformen, denn bis zu seiner Schlachtung hat jedes Lebewesen ein artgerechtes und glückliches Leben verdient. Das schließt natürlich auch alle anderen tierischen Produkte ein, für die das Vieh nicht sterben muss. Auch bei Produkten unsere täglichen Lebens sollte vermehrt zu Bio gegriffen werden, also bei Milch- und Getreideerzeugnissen, Fett (Butter und Öle), Säften und nicht zu vergessen Obst und Gemüse. Speziell bei letzteren, die wir oft roh verzehren, hat Bio-Ware einen klaren Vorteile, nämlich dass sie ungespritzt daherkommt und man somit keine vermeidbaren Schadstoffe zu sich nimmt. Doch auch bei Fisch sollten man auf Bio-Ware oder zumindest nachhaltigen Fang bzw. Zucht achten, denn nur so wird auch in Zukunft noch genug von diesen Köstlichkeiten vorhanden sein.

Speziell in ländlichen Gebieten gibt es aber leider zwei Faktoren, die den Konsum von Bio-Produkten entscheidend einschränken: Einerseits ist bei vielen, besonders älteren Menschen, noch nicht das Bewusstsein da, dass Bio-Produkte einfach gesünder und umweltverträglicher sind. Andererseits lässt einen das Sortiment von typischen kleineren Geschäften auf dem Land auch keine Wahl, denn Bio macht hier leider noch immer einen sehr, sehr kleinen Anteil aus. An einen Bio-Einkauf darf man hier nicht im Entferntesten denken, obwohl auch hier der Trend zu Bio nicht aufzuhalten ist und dem bereits der eine oder andere vorbildliche Markt Rechnung trägt.

Wer aber die Möglichkeit hat, sollte sich und seiner Umwelt etwas Gutes tun und zumindest in einigen Bereichen Bio-Produkten oder wenigstens regionalen den Vorzug geben. Denn auch so kann Umweltschutz aussehen.


10. November 2008 Kommentare (2)

Ungeahnte Bio-Vielfalt

Als ich vor ein paar Jahren damit begann, mich mit dem Thema Bio zu beschäftigen und dementsprechend Produkte aus diesem Sortiment zu kaufen, war die Auswahl aus heutiger Sicht noch eher gering. Den Großteil meiner Einkäufe machte ich damals bei Interspar. Der hatte zu diesem Zeitpunkt zwar schon eine ganz gute Auswahl an Bio-Artikeln, im Gegensatz zu konventioneller Ware war der Anteil aber noch gering. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich einmal zu meiner Frau sagte "Wär's nicht schön, wenn es alle Produkte des täglichen Lebens, und vielleicht sogar ein paar mehr, in Bio-Qualität geben würde?".

Bio-Einkauf

Diesem "Traum" ein Stück näher brachte uns DM, der nach und nach immer mehr Artikel der Marke Alnatura ins Sortiment aufnahm. So konnten wir plötzlich neben den Standard-Lebensmitteln auch so "Ausgefallenes" wie Marmelade, Tomantenstücke in der Dose oder Maisgrieß in Bio-Qualität erstehen. Doch "zu 100%" reichte das noch lange nicht, hatte und hat DM doch keine (Tief-)Kühlwaren, Fleisch oder Obst im Angebot.

Dann kam die Bio-Marke Ja! Natürlich ins Spiel. Diese war mir bis dahin eigentlich eher unbekannt, bis ich durch Zufall auf deren Waren-Vielfalt im Merkur Markt aufmerksam wurde. Plötzlich befanden sich auch jegliche Art von Bio-Fleisch (Lamm, Schwein, Kalb, ...), Milchprodukten (Cottage Cheese, Edelschimmelkäse, Creme Fraiche, ...) und Bio-Brot im Einkaufswagen. Spar mit seiner Natur*pur-Marke war somit ab sofort bis auf einige wenige Ausnahmen passé und der Traum, den gesamten Wocheneinkauf mit lediglich Bio-Artikeln zu bestreiten, wurde endlich Realität. Und dennoch: Manche Produktgruppen, im Speziellen die der Süßwaren, waren nachwievor nicht gut abgedeckt.

Bis heute könnte man fast sagen, denn vorige Woche verschlug es meine Frau das erste Mal (hatte selbst noch nie die Gelegenheit) in einen reinen Bio-Supermarkt. Die Auswahl war dabei schier erschlagend. Sämtliche, und ich meine wirklich sämtliche, Produkte gibt es dort auch in Bio-Qualität zu kaufen. Nichts, was es nicht gibt. Schon das Süßwaren-Regal alleine braucht den Vergleich mit konventionellen Supermärkten in keinster Weise zu scheuen. Der anschließende Einkauf im Wert von über 75 Euro stellt ein ganz gutes Indiz für die Euphorie dar. Das einzige Manko: Solche Märkte sind selbst in Großstädten wie Graz eher spärlich anzutreffen und machen für einen Besuch einen großen Umweg nötig. Und der ist es selbst mir als überzeugten Bio-Käufer nicht wert.

Da verzichte ich lieber auf das eine oder andere Produkt bzw. kaufe konventionelle Ware. Fairerweise muss man aber sagen, dass es dank DM und seinem vorbildlichen Alnatura-Sortiment auch so an fast nichts mangelt, auch wenn die Preise oft wirklich gesalzen sind. Etwas, das er mit dem schon erwähnten Bio-Supermarkt gemein hat. Bio-Artikel sind selbst in den großen Ketten verhältnismäßig teuer, hier gibt es aber noch einmal einen saftigen Aufschlag. Somit rückt Bio noch einen Schritt weiter in Richtung Luxus, den sich Menschen in Zeiten von Finanzkrisen oft nicht leisten können und wollen. Doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte ...


Wer gerne öfter mal abseits von Supermärkten Produkte in Bio-Qualität einkauft hat es oft schwer herauszufinden, wo es denn die einzelnen Artikel zu erstehen gibt. Deshalb hat Bio Austria vor einiger Zeit ein Service namens Biomaps vorgestellt.

www.biomaps.at

Mithilfe von diversen Suchkriterien wie Anbieter, Bundesland oder Produktgruppe kann man sich hier auf einer Karte alle Betriebe, die mit Bio-Produkten in Verbindung stehen, anzeigen lassen. In meinem Bezirk sind das immerhin über 20, angefangen von Fischen, über Rindfleisch bis hin zu Backwaren in Bio-Qualität. Österreichweit sind sage und schreibe 2532 Anbieter verzeichnet. Das spricht einmal mehr für das Bioland-Österreich.


Wer öfter Bio-Lebensmittel einkauft bzw. versucht, ausschließlich auf solche Ware zurück zu greifen, kennt folgendes Problem vielleicht: Das eine Produkt gibt es nur bei Markt A, den anderen Artikel nur bei Markt B. So kommt man schnell in eine Zwickmühle. Lieber auf einen Teil der Einkäufe in Bio-Qualität verzichten und dafür schneller fertig sein und sich (sowie der Umwelt) Wege ersparen oder doch noch noch einen Abstecher zu einem anderen Markt machen?

uncle.o. @ www.flickr.com

Ich persönlich handhabe es so, dass ich meinen Wocheneinkauf beim Merkur Markt tätige, da das Ja! Natürlich-Sortiment wirklich vorbildlich ist. Dort gibt es fast alle Produkte in Bio-Qualität, angefangen bei Milchprodukten über sämtliche Arten von Fleisch und Wurst bis hin zu Säften und Gebäck/Brot. Besonders groß ist die Auswahl auch bei Bio-Obst und -Gemüse. Zudem hat genannter Markt auch ein sehr großes Bio-Regal mit Produkten anderer Marken, womit fast kein Wunsch offen bleibt. Dennoch gibt es immer wieder Tage, wo es dann doch auch noch ein Abstecher zum DM-Markt sein (der glücklicherweise auf dem Weg liegt), gibt es doch nur dort Dosentomaten, diverse Kompotte oder verschiedene Backzutaten in Bio-Qualität. Nicht zu vergessen die große Auswahl an Keksen und dergleichen.

Auch wenn es so ein wenig länger dauert, schaffe ich es doch fast immer zu 100%, nur Bio-Artikel in meinem Einkauskorb vorzufinden. Klar, das hat seinen Preis, denn man merkt den Unterschied zu konventioneller Ware doch ganz deutlich. Das ist es mir aber wert, denn ich möchte nicht nur sicher sein, dass die Tiere ein schönes Leben hatten, bevor sie auf meinem Teller landen, sondern auch das die Umwelt geschont wird. Und das ist in Zeiten von nahezu täglichen CO2-Diskussionen doch sehr wichtig.


Wenn man diese Tage in die wöchentlichen Prospekte einiger Lebensmittel-Händler blickt, könnte man meinen, ein wahrer Bio-Boom wäre ausbrochen. Da werden auf mehreren Seiten die Produkte der hauseigenen Bio-Marke angepriesen. Besonders auffallend dabei, dass plötzlich auch Ketten ihr biologisches Sortiment anpreisen, die bisher nicht unbedingt für deren großen Einsatz in diesem Sektor bekannt waren.

Erst gestern gesehen bei Nah & Frisch und deren Marke Bio+. Gut, die Auswahl ist mit Milch- und Käseprodukten eher klein, die Nachfrage oder zumindest die Notwendigkeit der Werbung scheint aber da zu sein.

Etwas besser schon die Auswahl bei Zielpunkt/Plus, von dem mir vorige Woche in Prospekt in die Hände gefallen ist. Da gibt es unter der Marke BioBio sogar das eine oder andere Produkt, welches man im ansonsten sehr großen und vorbildlichen Soritment von Ja! Natürlich nicht findet. Etwa Sesamöl oder Fruchtaufstriche.

BioBio

BioBio-Sortiment von Zielpunkt/Plus

Was dabei oft besonders auffällt, sind die Preise, die teils doch unter denen der Mitbewerber liegen. Da fragt man sich natürlich, woher das kommt? Haben Bio-Produkte doch einfach ihren Preis und irgendwo ist einfach die Grenze nach unten. Kann man sich hier etwa nicht sicher sein, dass Bio drinnen ist? Oder kommen die Produkte etwa nicht aus Österreich und können deshalb günstiger angeboten werden (was zwar ein Widerspruch an sich, aber nunmal Fakt ist, dass ausländische Produkt ofter günstiger als einheimische sind)?

Ersteres kann schon Mal verneint werden, tragen doch alle Produkte ein Bio-Logo. Die zweite Frage wiederum lässt sich schon eher mit Ja beantworten. Abgesehen davon, dass Bio-Produkte aus dem Ausland natürlich nicht zwingend schlechter sind als einheimische, haben sie natürlich einen längeren Transportweg hinter sich und unterstützen nicht die heimische Landwirtschaft.

Eine Alternative zu den üblichen Verdächtigen Merkur und Interspar sind die Produkte diese Märkte aber dennoch jeden Fall, speziell wenn die Geldbörse nicht ganz so locker sitzt, man sich aber trotzdem bewusst und biologisch ernähren möchte. Auch die gut sortierte Auswahl kann einen Abstecher lohnenswert machen.



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... soll meine Erfahrung mit Bio-Lebensmitteln und gesunder Ernährung sowie dem Drumherum schildern. Mehr über mich

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