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Bio-leben

Weblog über das alltägliche Leben mit Bio-Nahrung

Frühlingszeit: Endlich liegt mit Radieschen, Gurken, Tomaten und mehr wieder einheimisches Gemüse in den Regalen der Supermärkte. Vorbei die Zeit, in der der Vitaminvorrat mit Lagerware wie Karotten, Erdäpfeln und Roten Rüben aufgefüllt werden musste, ab sofort ist knackfrische Ware aus heimischen Landen angesagt.

masatoshi_ @ www.flickr.com

Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass sie zu einem Großteil aus dem Gewächshaus kommt. Um darin für optimale Bedingungen zu sorgen, muss es beheizt werden, da die klimatischen Bedingungen hierzulande in den kühleren Monaten noch nicht ausreichen. Der damit verbundene Energieaufwand macht diese Anbaumethode nicht gerade umweltverträglich. Dieser schnellt weiter in die Höhe, wenn die Pflanzen statt in Erde in Substrat wachsen.

Alternativ steht nach wie vor ausländische Ware zur Verfügung, die in südlicheren Gefilden unter optimalen, oder zumindest optimaleren, Bedingungen gewachsen ist. Dass diese auf dem Weg in unsere Regale vielleicht hunderte, ja oft sogar tausende Kilometer auf dem Buckel hat, ist dabei leider nebensächlich. Der Transport trägt nur einen geringen Teil zum CO2-Ausstoß in der Lebensmittelproduktion bei. Andererseits kann der Konsum von ausländischer Ware, speziell aus dem wasserarmen Süden, dazu beitragen, dass die dort herrschende Wasserknappheit noch weiter verschärft wird.

Bio-Produkte sind, selbst wenn sie aus dem Ausland kommen, rein nachhaltig gesehen die optimalste Variante. Wer im Moment also die Wahl hat, greift lieber zur italienischen Bio-Tomate statt zur österreichischen, konventionell angebauten, wenn er möglichst umweltgerecht handeln möchte. Auch wenn ich mit Leib und Seele Verfechter des Bio-Bedankens bin, trete ich ebenso für Regionalität und heimische Produkte ein. Es behagt mir einfach nicht, unreif geerntetes Gemüse aus dem fernen Ausland zu konsumieren, wenn nahezu vor der Haustür frisches wächst. Auch unterstütze ich durch meine Wahl lieber die österreichische Wirtschaft, ihre Bauern, und sorge so für heimische Arbeitsplätze.

Einzig der nahezu flächendeckende Einsatz von chemisch-synthetische Pflanzenschutzmitteln im konventionellen Bereich ist ein ein Stolperstein, der meine Entscheidung ins Wanken bringt. Wenn etwa eine einheimische, konventionell angebaute Gurke mit einem wahren Pestizid-Cocktail behaftet ist, verursacht das dennoch ein ungutes Gefühl, wenn auch dieser unter den gesetzlichen Grenzwerten bleibt. Doch es gibt, wie überall, auch hier Ausnahmen. So bauen durchaus auch konventionelle Betriebe auf einen natürlichen Pflanzenschutz, was somit eine Einschränkung, nicht zu heimischem Gemüse zu greifen, außer Kraft setzt.

Eine diesbezügliche Entscheidungshilfe bietet etwa der Rewe-Konzern (Billa, Merkur) mit seinem Pestizid-Reduktions-Programm, das zusammen mit Global 2000 ins Leben gerufen wurden. Dieses zeigt einerseits, dass die gesetzlichen Grenzwerte teils erheblich unterschritten werden, ja in einigen Fällen sogar gar keine Pestizide nachweisbar sind. Auf der anderen Seite führt es aber auch vor Augen, was so alles an Rückständen auf unseren Lebensmitteln zu finden ist. Bio-Produkte bleiben davon, bis auf ganz seltene Ausnahmen, gänzlich verschont. Auch wird hier überwiegend auf unbeheizte Folientunnel gesetzt.

Wie man es also dreht und wendet, jede Anbaumethode hat ihre Vor- und Nachteile und auch das eigene Bauchgefühl spielt eine wichtige Rolle. Optimal wäre es natürlich auch zur jetzigen Zeit, nur das zu essen, was Mutter Natur gerade hergibt bzw. an Lagerware zur Verfügung steht. Doch wer hat im Frühling schon noch Lust, auf die Wurzeln und Knollen des letzten Jahres zurück zu greifen, wenn doch allerorts frische, heimische Ware lockt. Sobald dieses jedoch auch in Bio-Qualität verfügbar ist, stellt sich diese Frage erst gar nicht mehr.


1 Kommentar(e)

  • Victoria am 22. June 2010, 13:37 Uhr #

    Ja,das ist sehr sehr richtig!!Volle Zustimmung in allen Punkten.

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