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Bio-leben

Weblog über das alltägliche Leben mit Bio-Nahrung

Es gibt Artikel im Supermarkt, die wir ganz selbstverständlich in den Einkaufswagen legen, ohne uns Gedanken über deren Zutaten machen. Wozu auch, denn etwa Mehl, Zucker, Eier, Wasser oder aber auch Schlagobers bestehen nunmal nur aus dieser einen Ingredienz.

banger1977 @ www.flickr.com

Das habe ich mir zumindest bis vor kurzem gedacht, denn eine zufällige Entdeckung im Internet und ein anschließender Blick auf das Etikett von letzterem hat mich wirklich sehr, sehr verwundert. Außer im Bio-Bereich scheint es nahezu keinen Schlagobers (Sahne, Rahm) mehr zu geben, dem nicht Carrageen zugesetzt ist. Für mich besteht hier zwar kein Handlungsbedarf, da ich konsequent Bio-Lebensmittel kaufe und somit hoffentlich vor solch unliebsamen Überraschung verschont bleibe. Doch was ist mit dem unbedarften Durchschnittskonsumenten, der generell, auch bei anderen Artikeln, keinen Blick auf die Zutatenliste wirft und/oder Bio-Ware meidet? Der kommt nie und nimmer und wenn nur ganz zufällig dahinter, wie unverblümt, ja schon fast unverschämt, einem hier Carrageen untergeschoben wird.

Hergestellt wird das Verdickungsmittel Carrageen (E 407), das etwa auch in Süßigkeiten und Saucen zur Anwendung kommt, aus Rotalgen, wobei der menschliche Körper damit nichts anfangen kann und es unverändert wieder ausscheidet. Im Schlagobers sorgt es dafür, dass dieser nicht mehr "aufrahmen", sprich der fettreichere Rahm sich nicht mehr an Oberfläche des Schlagobers absetzen kann und eine homogene Masse bestehen bleibt. Simples Aufschütteln des Bechers hätte übrigens fast den gleichen Effekt und würde darüber hinaus nicht auch noch den Geschmack verändert, so wie das Carrageen tut. Darüber hinaus steht es, und das ist weitaus schlimmer, im Verdacht, allergieauslösend zu sein und Immunzellen zu beeinflussen.

Eine Umfrage unter drei milverarbeitenden Betrieben hat gezeigt, dass der Durchschnittskonsument möglichst lange haltbare Produkte (was auch der Vormarsch von "länger frisch"-Milch zeigt) bevorzugt. Dem wird durch den Zusatz von Carrageen Rechnung getragen, da das Ablaufdatum so ohne Einbußen in der Produktqaulität weiter in der Zukunft angesetzt werden kann. Das erklärt auch, warum Bio-Schlagobers ein weit geringeres Haltbarkeitsdatum hat, als konventioneller.

In Zukunft gilt es also, selbst bei vermeintlich naturreinen Lebensmitteln einen Blick auf die Verpackung zu werfen. Und es zeigt einmal mehr, dass man mit dem Konsum von Bio-Lebensmitteln auf der sicheren Seite ist.

Quellen: Datenbank Zusatzstoffe, Wikipedia


3 Kommentar(e)

  • Christian Krammer am 17. March 2010, 15:40 Uhr #

    Liebe bea, das Eine schließt das Andere ja (leider) nicht aus. Auf faktischer Ebene ist und bleibt die Milch ja Bio, so lange sie von einer Bio-Kuh kommt, egal was nach dem Melken mit ihr passiert ist.

    Vom reinen Empfinden her schließen sich Bio und “länger frisch” aber natürlich aus, denn gerade im Bio-Bereich wird immer von Naturbelassenheit und Ursprünglichkeit geschwafelt, was sich mit behandelter Milch ja so rein gar nicht verträgt.

    Wenn man also den Bio-Gedanken voll leben möchte, sollte man auf jeden Fall auf “länger frisch”-Milch verzichten, da diese weder den ursprünglichen Geschmack noch die ursprünglichen Inhaltsstoffe hat, auch wenn das Verfahren zur Haltbarmachung noch so schonend ist. Dann doch lieber öfter einkaufen gehen und “Frisch”-Milch kaufen.

  • bea am 5. March 2010, 09:17 Uhr #

    Und was hat es dann mit der Bio-Milch auf sich, die auch "länger frisch" ist. Wenn man deinen Artiken ließt würde man meinen “Bio” und “länger frisch” kann nicht auf der selben Packung stehen. Dennoch steht so eine Milch gerade in meinem Kühlschrank.
    Ich gebe ja zu, ich hab mir nie darüber Gedanken gemacht, warum die Milch denn “länger frisch” ist. Und das mit dem Carrageen werde ich mal unter die Lupe nehmen.

  • Claus am 16. November 2009, 14:46 Uhr #

    ist schon verrückt, habe beim Wochenendeinkauf mal drauf geachtet, keine Chance an Sahne ohne dieses Zeugs zu kommen…

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