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Bio-leben

Weblog über das alltägliche Leben mit Bio-Nahrung

Milch scheint in letzter Zeit nicht gleich Milch zu sein. Bisher war man als Konsument lediglich pasteurisierte Frischmilch gewohnt, die, im Kühlregal bzw. -schrank gelagert, etwa fünf Tage haltbar ist. Daneben gab es noch die ungekühlt gelagerte H-Milch, die ihrerseits auch ohne Kühlung drei bis sechs Monate genießbar bleibt. Eher unbekannt dürfte hingegen die relativ neue Erfindung der ESL-Milch sein - jedenfalls das Kürzel ESL, denn als Produkt gibt es diese Milch bereits seit längerer Zeit unter beispielsweise der Bezeichnung "länger frisch" zu kaufen.

tanakawho @ flickr.com

ESL steht dabei für "extended shelf life", was so viel bedeutet wie "längere Haltbarkeit im Regal" und sich in einer Haltbarkeit von mehreren Wochen niederschlägt. Klingt soweit ganz gut, kann man nun doch endlich Milch auf Vorrat kaufen. Auf den zweiten Blick gibt es jedoch auch den einen oder anderen Nachteil. Dass ESL-Milch nicht sauer wird sondern ins leicht Muffig-Bittere kippt und deren Verderben somit nicht so leicht zu bestimmen ist, stellt dabei noch das geringere Übel dar. Weitaus schlimmer der Umstand, dass sie um etwa 10 % weniger B-Vitamine aufweist als Frischmilch, wobei sich dieser Prozentsatz mit fortschreitender Lagerungsdauer noch weiter erhöht. Der Kalziumgehalt bleibt davon jedoch unberührt. Dabei darf natürlich nicht vergessen werden, dass auch konventionelle Frischmilch erhitzt (pasteurisiert) wird, um sie überhaupt ein paar Tage haltbar zu machen, nur eben für lediglich 30 Sekunden auf 72–75 °C.

Der Grund für den Vitaminverlust der ESL-Milch liegt im Verfahren, das für die längere Haltbarkeit sorgt. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Bei der einen wird sie für ein paar Sekunden auf 127 Grad erhitzt. B-Vitamine sind aber leider sehr hitzeempfindlich und gehen hier zum Teil verloren. Die zweite Möglichkeit zur Haltbarmachung besteht in einer dem Pasteurisationsvorgang vorgeschalteten Mikrofiltration, die Keime aus der Rohmilch abtrennt. Der Verlust an B-Vitaminen ist hierbei nicht ganz so hoch. Leider kann der Konsument aber auf der Verpackung nicht erkennen, welche Methode zur Haltbarmachung der ESL-Milch angewandt wurde. Sehrwohl erkennen kann man den Unterschied aber im Geschmack, der bei Frischmilch als vollmundiger beschrieben wird.

Auch wenn der Konsum von "länger frischer" ESL-Milch auf den ersten Blick bequemer erscheint, ist ein Kauf auf Vorrat durch den Vitaminverlust und leicht veränderten Geschmack nach Abwägung der Vor- und Nachteile nicht zu empfehlen. Leider hat man als Verbraucher aber oft keine Wahl. Hofer ist im Biobereich zwar wieder zu "normaler" Milch zurückgekehrt, zuvor gab es aber nur ESL-Milch. Spar wiederum lässt den Kunden mittlerweile auch die Wahl zwischen Bio-Frisch- und ESL-Milch, so wie auch Billa und Merkur, wobei letztere um ein paar Cent teurer ist.

Quellen: FOCUS Online, Wikipedia


4 Kommentar(e)

  • Welcome am 6. July 2009, 08:47 Uhr #

    Naja, solange es Bio-Produkte gibt wird es wohl keine obligatorischen Nährstoffdefizite geben, wobei die ganzen Nahrungsergänzungsmittel wie isoforan, Benefit4 und co in der Zwischenzeit ja ihre Sache auch ganz gut machen. Ich denke hier aber, dass man nicht ausschließlich auf Nahrungsergänzungsmittel setzen, sondern lediglich gegebene Defizite ausgleichen sollte.

  • margie am 4. July 2009, 00:51 Uhr #

    Und wieder mal ein “Lebens“mittel, dass eigentlich den Namen nicht mehr wirklich verdient! Was ist so schlimm daran, die Milch alle 2 bis 3 Tage frisch zu kaufen? Ich muss sie doch nicht Wochen im Voraus bunkern! Das Schlimmste daran ist aber, dass die Konsumenten glauben, sie essen, oder in dem Fall trinken, was gesundes, und dabei sind kaum noch Vitamine enthalten! Es heißt zwar immer, wer sich abwechslungsreich ernährt, hat alle Nährstoffe, die er braucht, aber wenn das so weiter geht, werden wir in Zukunft auf Nahrungsergänzungen gar nicht mehr verzichten können!

  • Käse-Willi am 31. January 2009, 21:18 Uhr #

    schön recherchiert!
    und gut zu lesen!

  • Blokster am 30. January 2009, 21:18 Uhr #

    Naja… auch bei dem Kalzium Gehalt gibt es glaube ich auch Unterschiede zu der Haltbarkeit noch… aber es gitbt gewiss noch weitere Unterschiede bei der Milch!

    Grüße

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