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Bio-leben

Weblog über das alltägliche Leben mit Bio-Nahrung

Seitdem ich unseren täglichen Lebensmittelbedarf fast gänzlich mit Bio-Lebensmitteln decke, geistert eine Frage immer wieder durch meinen Kopf: Ist es denn nun besser, konventionelles Obst und Gemüse aus der Region bzw. Österreich zu kaufen oder lieber auf Bio-Produkte zurück zu greifen, die dann aber vielleicht aus dem Ausland kommen? Idealerweise sollte es natürlich Bio-Ware aus dem Inland sein, nur ist diese leider nicht immer verfügbar? Was also tun?

matwiemann @ flickr.com

Für die regionale Ware sprechen die kurzen Transportwege und dass man dadurch die heimische Wirtschaft unterstützt. So weit, so gut. Doch leider holen einen Berichte, die inländischem Obst und Gemüse oftmals hohe Pestizid-Werte nachweisen, auf den Boden der Tatsachen zurück. Teilweise sind die Schadstoff-Werte sogar höher als bei Ware aus Spanien, die dafür geradezu verschrien ist. Speziell heimischer Salat oder Erdbeeren weisen oft einen wahren Pestizid-Cocktail auf. Da fällt es nicht schwer, zu Bio-Erdbeeren zu greifen. Doch leider kommen diese sogar in der Hochsaison meist aus Italien, haben also bereits einen langen Transportweg hinter sich, bevor sie von uns verspeist werden können.

Etwas einfacher stellt sich die Situation, zumindest auf den ersten Blick, im Winter dar. Da kommt ein Großteil des Gemüses sowieso aus Spanien, warum also nicht gleich zu Bio-Ware aus Italien greifen? Doch auch diese Betrachtung hat so ihre Tücken. Denn genau genommen: ist es in den Wintermonaten wirklich nötig, Tomaten, Gurken, Paprika und Co. verspeisen zu müssen, die hierzulande eigentlich nur im Sommer Saison haben? Oder darf man in der kalten Jahreszeit nur heimisches Lager-Gemüse wie Kartoffeln, Karotten, Rote Rüben und Kohl-Gewächse zu sich nehmen um ja umweltfreundlich zu handeln? Leider sind halt manche dieser Sorten nicht jedermanns Sache.

Ich persönlich handhabe es so, dass ich bestimmtes Obst und Gemüse wie Erdbeeren, Spargel, Weintrauben und Auberginen wirklich nur kaufe, wenn die Saison dafür ist und sie aus Österreich kommen - egal ob Bio oder nicht. Cocktail-Tomaten, Zucchini und vereinzelt auch Gurken oder Paprika stehen aber das ganze Jahr über auf dem Speiseplan, auch wenn es sich um importierte Ware handelt. Aufgepeppt wird das ganze mit Weißkraut, Chinakohl, Karotten, Kürbis, Kartoffeln und Co., die praktisch das ganze Jahr über als heimische (Lager-)Ware zur Verfügung stehen. Weiters achte ich bereits im Sommer darauf, mir einen genügend großen Tiefkühl-Vorrat anzulegen, um auch im Winter in den Genuss von Auberginen, Bärlauch und Karfiol zu kommen. Ich denke, so einen ganz guten Mittelweg zwischen einerseits ökologischem Handeln und andererseits einem reichhaltigen Speiseplan zu gehen.

Zuletzt noch ein Tipp: Auf der Website von marktcheck.at gibt es einen Saison-Kalender für Obst und Gemüse, der einem immer anzeigt, was gerade so an heimischer Ware aktuell wird. Leider ist manches davon aber im üblichen Supermarkt-Sortiment nicht auszumachen und somit nur als grober Anhaltspunkt zu sehen.


2 Kommentar(e)

  • Florian (Zukunftsreport) am 27. January 2009, 07:09 Uhr #

    Stimmt. Der Idealfall wäre nach natürlich “Bio” und aus der Region, also quasi bioregio. Bei uns in D ist es allerdings so, dass eine Umstellung auf “Bio” mit erheblichen, finanziellen Entbehrungen verbunden ist. Abhilfe könnte hier der Einsatz neuer Anbauverbesserer schaffen, die einerseits die Böden entgiften und andererseits das Pflanzenwachstum verstärken (besserer Ertrag – weniger Energie- und Wassereinsatz) bei gleichzeitiger Reduzierung von Düngemitteln und Pestiziden auf Null. Das wäre dann im Prinzip ja auch Bio. Übrigens stellen wir derartige Möglichkeiten auch in unserem Zukunftsreport vor.

  • oleschri am 22. January 2009, 23:23 Uhr #

    Die Zeitschrift “Biorama” widmet sich diesem Thema auch immer wieder in einer eigenen Rubrik “Ist lokal das bessere Bio?”
    http://www.biorama.at/?cat=14

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