Sich ausschließlich mit biologischen Lebensmittel zu ernähren fällt mittlerweile gar nicht mehr so schwer. Im Gegensatz zu konventionellen Produkten wird so ein guter Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Doch wie sieht es mit den restlichen Bereichen unseres Lebens aus? Wir fahren weiterhin mit Autos, die größtenteils aus Erdölprodukten erzeugt werden und diese verbrennen. Unsere Kleidung wird nach wie vor an den entlegensten Orten dieser Welt von unterbezahlten Frauen und Kindern gefertigt. Ein Großteil der Produkte, die wir verwenden, landet über kurz oder lang auf dem Müll und trägt somit zu Verschmutzung unseres Planeten bei. Ist es da nicht etwas heuchlerisch, beim Essen ökologisch korrekt zu handeln, den Rest aber vielleicht außer Acht zu lassen?

Doch wirklich etwas dagegen zu tun, fällt sehr schwer. Kleidung mit zumindest Bio-Baumwolle gibt es zwar mittlerweile in immer mehr Bekleidungsgeschäften, nur ist diese meist ungemein teurer als konventionell Ware. Zudem lässt die Auswahl sehr zu wünschen übrig. Wer auf sein Aussehen achtet und gerne einen vollen Kleiderschrank hat, wird damit sicher nicht glücklich. Außerdem ist Bio-Baumwolle nur einer kleiner Teil des Ganzen. Nur weil diese bei der Herstellung zum Einsatz kam, kann das Produkt ja trotzdem irgendwo auf der Welt zu Dumping-Preisen erzeugt worden sein. Die dadurch erzielte, riesengroße Gewinnspanne streifen die Konzerne gerade bei Markenprodukten gierig ein, anstatt mit dem Geld etwas an der Situation zu ändern.
Nächster Punkt: Individualverkehr. Bis Autos nicht mehr mit Erdöl und somit CO2-neutraler fahren, werden wohl noch einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, ins Land ziehen. Selbst bei den derzeit schwer angesagten Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen, also Hybrid-Autos, die man zu Hause an der Steckdose aufladen kann, dauert es noch lange bis zur Serienreife. Abgesehen davon muss der Strom dafür ja auch irgendwo erzeugt werden. In Österreich ginge das zwar ganz gut über Wasserkraft, im Ausland sieht die Stuation mit Atom- oder Kohlekraftwerken aber weit weniger rosig aus. An dem "Schwarzen Gold" führt in der Automobilindustrie also in absehbarer Zeit kein Weg vorbei.
Einen weiteren Teil zum Umweltkollaps trägt der Müll bei, den jeder von uns tagtäglich produziert. Schließlich ist ja fast jedes Produkt, das wir irgendwo kaufen verpackt, wird in einem Plastiksackerl (hergestellt aus Erdöl) nach Hause getragen oder über kurz oder lang wieder weg geworfen. Im Gegensatz zu den anderen Punkten ist es hier jedoch ein Leichtes, seinen wenn auch nur kleinen Beitrag zu leisten. Schon alleine durch striktes Trennen kann viel Abfall vermieden werden, ist dieser so doch wiederverwertbar.
Um zum Schluss die Frage von oben zu beantworten: Nein, es ist nicht heuchlerisch, Bio-Produkte zu verwenden. Denn dadurch trägt man wenigstens beim Essen zum einem gewissen Teil zum Umweltschutz bei. Wenn man bedenkt, dass Nahrung in unser aller Leben einen beträchtlichen Stellenwert einnimmt, kann man so einiges bewirken.

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