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Bio-leben

Weblog über das alltägliche Leben mit Bio-Nahrung

Tierische Produkte sind aus einer ausgewogenen Ernährung nicht wegzudenken, da sie sowohl hochwertige Eiweiße, Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Kalium als auch Vitamine, speziell B12, das fast ausschließlich hierin vorkommt, liefern. Ein Zuviel davon ist, wie überall, aber ungesund. Speziell der hohe Gehalt an gesättigten Fetten wirkt sich negativ auf unsere Gesundheit aus. Doch ein zu hoher Konsum von tierischen Erzeugnissen ist nicht nur für uns Menschen ungesund, sondern auch für unsere Umwelt.

macieklew @ www.flickr.com

Das größte Problem stellen dabei die Treibhausgase dar, die bei der Produktion von solchen Nahrungsmitteln entstehen, allen voran Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan und Lachgas. Während ersteres im Verkehrsbereich schon lange ein Thema ist, spielt seine klimaverändernde Rolle auch in der Landwirtschaft immer mehr eine Rolle. Dabei wird der Großteil daran nicht etwa beim Transport (dieser macht nur 3 % aus) erzeugt, sondern bei der Produktion von Futtermitteln, der Haltung selbst und der Verarbeitung der Erzeugnisse. Eine Milchkuh stößt dabei im Jahr so viel CO2 aus, wie ein durchschnittlicher PKW mit einer jährlichen Fahrleistung von 18.000 km.

Doch es geht noch schlimmer: Weit schlechter für uns Klima sind Methan, welches durch den Verdauungsprozess speziell bei Rindern entsteht, sowie das unter anderem durch exzessive Düngung verursachte Lachgas. Letzteres wird auch in der Autoindustrie immer mehr zum Thema und über kurz oder lange wohl zum neuen Sündenbock ernannt, da N2O in etwa 296 Mal treibhauswirksamer ist als CO2.

cwbuecheler @ www.flickr.com

Wenn man sich nun die tierischen Erzeugnisse im Detail ansieht, schneidet unser aller Lieblings-Brotbelag, der Käse, mit Abstand am schlechtesten ab: Dieser setzt bei durch die aufwändige Produktion in etwa 56 Mal mehr Treibhausgase frei, als bei der Herstellung von pflanzlichen Lebensmitteln entsteht. Knapp dahinter folgen andere Milchprodukten und Fleisch.

Auf die gesamte Landwirtschaft bezogen fallen nur 20 % der schädlichen Gase bei der Erzeugung von pflanzlichen Produkten an, aber 80 % bei tierischen Lebensmitteln. Am meisten Ausstoß erzeugt dabei Rindfleisch mit rund 13 kg CO2 pro kg Fleisch, viel weniger Treibhausgas wird mit 3,5 kg bei Schweine- und Geflügelfleisch verursacht. Hinzu kommt der Wasserverbrauch bei der Lebensmittelherstellung. Für ein Kg Rindfleisch werden etwa unglaubliche 15.500 Liter Wasser verbraucht, die gleiche Menge an Weizen schlägt mit lediglich 1.300 Liter, also nicht einmal einem Zehntel, zu Buche. Im Vergleich verbrauchen wir im Haushalt täglich gerade einmal 150 Liter.

Etwas besser fällt die Treibhausgas-Bilanz bei Bio-Produkten aus. Durch den Verzicht auf leicht lösliche, mineralische Stickstoffdünger, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie durch eine geschlossene Kreislaufwirtschaft werden hier im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft in etwa 15 % eingespart.

Die wirksamste Maßnahme, CO2 sowie alle anderen Treibhausgas einzusparen, ist also nicht etwa weniger mit dem Auto zu fahren, sondern schlicht und einfach weniger tierische Produkte zu sich zu nehmen. Speziell Rindfleisch sollte nicht mehr so oft auf dem Teller landen, alle anderen Fleischsorten darf man sich aber ruhig ein bis zwei Mal pro Woche gönnen, am besten aus Bio-Landwirtschaft. Das ist auch aus Sicht einer ausgewogenen Ernährung sinnvoll. Besonders empfehlenswert ist zudem Wildfleisch (Reh, Hirsch, Wildschwein usw.) durch seine artgerechte und naturbelassene Haltung. Aber auch die Einschränkung bei Milchprodukten kann entscheidend zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen. Aber: Was darf man sich dann überhaupt noch mit gutem Gewissen aufs Brot legen?

Bei mir wirds in Zukunft wohl seltener Käse sein, war dieser doch bis jetzt mein liebster Brotbelag. Wurst ist zwar vielleicht vom Ernährungsstandpunkt her nicht ganz so gesund, wenn man aber auf fettarme Produkte wie Schinken zurückgreift, schont man im Vergleich zu Käse nicht nur die Umwelt, sondern tut auch sich selbst etwas Gutes. Die zwei Fleischportionen, die ich bisher pro Woche zu mir genommen habe, werde ich auch weiterhin beibehalten. Rindfleisch kommt in Zukunft aber noch seltener auf den Tisch.

Ergänzend zu diesem Thema habe ich mit Elmar Völkl, Verfasser des Artikels "Fleisch oder nicht Fleisch, das ist hier die Frage" ein Interview zu diesem Thema geführt. Dieses wird in den kommenden Tagen auf meinem Weblog zu lesen sein.

Quellen: permakultur.net, Klimawandel Global, brigitte.de, 50plus.at, stern.de, ethik portal, FAO, wikipedia.org, Albert Schweitzer Stiftung/a>


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