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Bio-leben

Weblog über das alltägliche Leben mit Bio-Nahrung

Was ich vor kurzem bereits an dieser Stelle angesprochen habe, wurde nun ein weiteres Mal von Greenpeace bestätigt:

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind 77 Prozent der Fischbestände bereits erschöpft, überfischt oder komplett ausgebeutet. Auch in Europa werden 80 Prozent der Fischbestände so stark befischt, dass ihr Nachwachsen nicht gesichert ist.

Im Detail sind folgende Fischarten extrem bedroht und sollten beim Einkauf tunlichst gemieden werden:

  • Alaska-Seelachs/Pazifischer Polardorsch
  • Atlantischer Lachs
  • Atlantischer Dorsch
  • Hoki/Blauer Seehecht
  • Neuseeländischer St. Petersfisch
  • Plattfische, z.B. Pazifische Scholle, Alaska-Heilbutt
  • Seehecht
  • Seelachs/Köhler
  • Shrimps und Garnelen
  • Tintenfisch, Oktopus, Pfeilkalmar
  • Tunfisch

Im Detail findet sich die Liste hier.

svenwerk @ www.flickr.com

Doch welchen Fisch darf man noch beruhigt essen? Soll man überhaupt noch Fisch essen? Und wie sieht es mit dem MSC-Siegel oder Meerestieren aus Zucht aus? All diese Fragen habe ich auch an Greenpeace gestellt und erfreulicherweise eine sehr ausführliche Antwort erhalten.

Die Kernaussage davon: Es fällt Greenpeace ziemlich schwer und stellt einen hohen Recherche-Aufwand dar, überhaupt eine Fischart guten Herzens zum Verzehr zu empfehlen. Deshalb ist die Organisation eher dazu übergegangen, den Konsumenten zu raten, welche Fische sie nicht essen sollten, anstatt solche, die man essen kann.

Eine sinnvolle Alternative stellt trotzdem auf jeden Fall das MSC-Siegel dar. Dieses wird zwar bereits vergeben, wenn die Standards nur zu 60% erreicht sind, die Meerestiere als nur "zu 60% ökologisch gefangen" wurden. Das ist aber noch um Längen besser, als konventionell gefangener Fisch.

Auch hat meine Anfrage zutage gebracht, dass Fische aus Aquakultur nur eine sehr schlechte Alternative sind. Mit dem massiven Ausbau der Zuchtanlagen von etwa Garnelen, Lachs, Tunfisch oder Buntbarschen (Tilapia) sind oft gravierende Umweltschäden verbunden. Zudem wird beispielsweise für die Produktion von einem Kilogramm Lachs 2,5 bis 5 Kilogramm lebender Fisch als Futter benötigt, bei Tunfisch sogar 20 kg. Und dieser wird wiederum wild gefangen.

Fazit: Wenn Fisch, dann zumindest mit dem MSC-Siegel oder aus Bio-Zucht. Dazwischen darf es vielleicht auch mal Fisch aus Wildfang sein, als "täglich Brot" sollte dieser, auch wenn er noch so gesund ist, aber auf keinen Fall angesehen werden.


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